AC-Photovoltaik-Schutzschrank dreiphasig QAC 75/95 kW
Schnittstellenschaltschrank CEI 0-21 für Photovoltaikanlagen von 75 bis 95 kW an einem Wechselrichter, Nennstrom 160 A bei 400 V. Enthält SPI, DDI-Schütz 140 A-AC3, IMTD 4x160 A-10 kA mit DDR-Backup, IMT zum Schutz des Wechselrichters, SPD-Überspannungsableiter und Sicherungshalter für die Versorgung und Messungen des SPI, in einem Gehäuse IP66 mit 140 Modulen. Geliefert mit Einlinienschaltplan, Di.co und SPI-Prüfbericht.
Der Icierre QAC 75/95 kW Schnittstellenschaltschrank ist die 160 A-Größe der Niederspannungs-Schnittstellenserie, bestimmt für gewerbliche und industrielle Photovoltaikanlagen von 75 bis 95 kW mit einem einzelnen Wechselrichter. Er umfasst in einem IP66-Gehäuse mit 140 DIN-Modulen die gesamte von der CEI 0-21 geforderte Kette für den Anschluss eines Generators dieser Leistungsklasse: Schnittstellenschutz, Schnittstellengerät, allgemeiner Schutz mit DDR-Backup und dedizierter Wechselrichterschutz.
Die letzte Leistungsklasse, die in Niederspannung bleibt
Im regulatorischen Rahmen des TICA von ARERA liegt die operative Schwelle zwischen Nieder- und Mittelspannung bei 100 kW: Bis zu diesem Wert erfolgt der Anschluss üblicherweise in NS und es gilt die CEI 0-21; darüber wird die Mittelspannung mit CEI 0-16, Übergabestation und einem konstruktiv anderen Schnittstellenschaltschrank zum Standardbezug. Eine Anlage mit 95 kW ist daher die letzte Stufe, in der dieser Schaltschrank sinnvoll ist: Bei 100 oder 110 kW kann der Netzbetreiber zwar weiterhin NS gewähren, dies ist jedoch kein Automatismus und die Entscheidung erfolgt erst mit der STMG. Vor der Bestellung der nächsthöheren Größe sollte daher immer die Anschlusslösung vorliegen, nicht nur das Elektroprojekt.
Zu beachten ist, dass bei dieser Leistung die Schwelle von 20 kW, ab der die CEI 0-21 Fernüberwachung und Fernsteuerung durch den Netzbetreiber vorschreibt, bereits deutlich überschritten ist: Der Schaltschrank ist für die externe Auslösung der SPI vorbereitet, also den Punkt, an dem dieser Befehl physisch an der Anlage umgesetzt wird.
Der sensible Punkt: der DDI mit 140 A
Bei 95 kW beträgt der Ausgangsstrom etwa 137 A pro Phase (95.000 W ÷ 400 V ÷ 1,732). Der DDI-Schütz mit 140 A in Kategorie AC3 arbeitet daher in den Stunden maximaler Produktion praktisch mit seinem Nennstrom. Das ist kein Dimensionierungsfehler – die Kategorie AC3 ist bereits anspruchsvoll und die Schaltung eines DDI erfolgt selten, nicht zyklisch –, aber ein Punkt, der berücksichtigt werden muss: Installationsposition und Belüftung des Gehäuses beeinflussen die Lebensdauer des Schützes stärker, als oft angenommen wird. Bei einer tatsächlich konstant mit 95 kW betriebenen Anlage arbeitet ein nach Süden unter Blech montierter Schaltschrank unter völlig anderen Bedingungen als einer in einem belüfteten Technikraum. Bei 75 kW sinkt der Strom auf etwa 108 A und die Reserve ist wieder komfortabel.
Was der Schaltschrank enthält
- SPI - Schnittstellenschutz gemäß CEI 0-21, geliefert mit Prüfbericht
- DDI - Schnittstellenschütz 140 A-AC3, mit Vorbereitung für Ein-/Ausgang (DDI/M2)
- IMTD 4x160 A-10 kA - Leitungsschutzschalter mit Differenzialschutz 300 mA Klasse A mit DDR-Backup
- IMT 4x160 A-10 kA - Schalter für den dedizierten Schutz des Wechselrichters
- SPD - Überspannungsableiter
- Sicherungshalter 1P+N für die Versorgung der SPI und 3P+N für die Messkreise
- Vorbereitung für externe Hilfsversorgung und externe Auslösung
- Eingangs- und Ausgangsklemmenleisten, einpoliger Schaltplan, Konformitätserklärung Di.co
Technische Daten QAC 75/95 kW
| Anlagenleistung | 75 - 95 kW, 1 Wechselrichter |
| Nennstrom | 160 A |
| Betriebsspannung | 400 V dreiphasig + Neutralleiter |
| Allgemeiner Schutz | IMTD 4x160 A, 10 kA, 300 mA Klasse A, mit DDR-Backup |
| Wechselrichterschutz | IMT 4x160 A, 10 kA |
| Schnittstellengerät (DDI) | Schütz 140 A-AC3 |
| Schnittstellenschutz (SPI) | Gemäß CEI 0-21, mit Prüfbericht |
| Überspannungsableiter | SPD |
| Gehäuse | 140 DIN-Module, 640 x 750 x 240 mm, IP66 |
| Vorbereitungen | Externe Hilfsversorgung, Ein-/Ausgang DDI/M2, externe Auslösung |
| Enthaltene Dokumentation | Einpoliger Schaltplan, Di.co, SPI-Prüfbericht |
| Hersteller | Icierre - italienische Fertigung |
Häufig gestellte Fragen
Wird eine Anlage mit 95 kW in Nieder- oder Mittelspannung angeschlossen?
Üblicherweise in Niederspannung: Die operative Schwelle des TICA von ARERA liegt bei 100 kW, darunter ist der NS-Anschluss nach Norm CEI 0-21 die Standardlösung. Die Bestätigung erfolgt jedoch erst durch die vom Netzbetreiber ausgestellte allgemeine technische Mindestlösung (STMG), der die Netzkapazität und die erforderlichen Arbeiten bewertet. Dieser Schaltschrank ist für das NS-Szenario dimensioniert.
Was ist der SPI-Prüfbericht und warum ist er enthalten?
Es ist das Protokoll der Funktionsprüfungen, die am Schnittstellenschutz mit den von der CEI 0-21 vorgesehenen Spannungs- und Frequenzschwellen durchgeführt wurden, einschließlich der Prüfungen am Schnittstellengerät. Der Netzbetreiber verlangt ihn als Anlage zur Dokumentation bei Abschluss der Arbeiten: Ohne Prüfbericht kann das Anschlussverfahren nicht abgeschlossen werden. Wenn er bereits im Lieferumfang enthalten ist, muss der Installateur die Prüfungen nicht vor Ort organisieren.
Ist der Schaltschrank für zwei parallel geschaltete Wechselrichter geeignet?
Diese Konfiguration ist für nur einen Wechselrichter vorgesehen, da sie einen einzigen IMT-Schutzschalter auf der Wechselrichterseite enthält. Bei zwei oder mehr Wechselrichtern ist eine Version mit ebenso vielen dedizierten Schutzvorrichtungen wie Generatoren erforderlich, oder ein Parallelschrank vorgeschaltet. Dieser Punkt muss bei der Bestellung geklärt werden, da er sich nicht durch nachträgliches Hinzufügen eines Moduls lösen lässt.
Wozu dient das DDR-Backup am Hauptschalter?
Das Backup ist der Reserveschutz, der eingreift, wenn das Haupt-Differenzialgerät nicht öffnet. Bei einer Größe von 160 A ist der beteiligte Fehlerstrom hoch und die Selektivität muss auch bei ausbleibender Schaltung gewährleistet sein: Das DDR-Backup verhindert, dass ein nicht abgeschalteter Fehler weiterhin vom Netz gespeist wird.
Wo muss der Schaltschrank installiert werden und wie viel Platz wird benötigt?
Das Gehäuse mit 140 Modulen misst 640 x 750 x 240 mm und hat Schutzart IP66, ist also auch für den Außenbereich geeignet. Es müssen jedoch frontseitiger Platz zum Öffnen und eine vor direkter Sonneneinstrahlung geschützte Position vorgesehen werden: Geräte mit 160 A geben Wärme ab, und ein im Sommer der Sonne ausgesetztes Gehäuse arbeitet nahe an den für modulare Komponenten zulässigen Temperaturgrenzen.